Klimaschutz im Tourismus – Messen. Reduzieren. Ausgleichen.
Messen
Top-Down Methode
Klimaschutz im Tourismus beginnt mit dem Verständnis der eigenen Emissionen. Eine fundierte CO₂-Bilanz ist der erste Schritt, um Verantwortung zu übernehmen und konkrete Reduktionsziele zu entwickeln.
(c) reCET UG, KI-generiertes Bild mit ChatGPT
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Top-Down
Vom Ganzen ins Detail – von der Gesamtwirtschaft zur Tourismusbilanz.
Analyse der touristischen Klimawirkung auf Basis gesamtwirtschaftlicher Statistiken
Die Top-down-Methode betrachtet die Rolle des Tourismus im Zusammenspiel von Wirtschaft und Umwelt aus einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive. Grundlage sind makroökonomische Statistiken, insbesondere das Tourismus-Satellitenkonto (TSA) und die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR). Diese Kombination ermöglicht es, den Anteil der touristischen Nachfrage an Wertschöpfung und Beschäftigung zu bestimmen und gleichzeitig deren Umweltbelastungen wie Treibhausgasemissionen abzuleiten. Im Gegensatz zum Bottom-up-Ansatz wird hier nicht das Verhalten einzelner Gäste erfasst, sondern die Emissionsintensität ganzer Wirtschaftssektoren, die für den Tourismus relevant sind.
Wirtschaftsdaten auswerten – Tourismuswirkung erkennen.
Von der Wirtschaftsstatistik zur Klimabilanz. Wie funktioniert die Top-Down Methode?
Makro statt Mikro
Die Methode kombiniert die touristischen Ausgaben aus dem Tourismus-Satellitenkonto (TSA) mit den Emissionsdaten der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR). Die Werte werden miteinander ins Verhältnis gesetzt. So werden durchschnittliche Emissionen pro Euro Produktionswert oder Bruttowertschöpfung ermittelt und auf den touristischen Konsum übertragen.
Indirekte Wirkung sichtbar machen
Der Ansatz berücksichtigt nicht nur direkte Emissionen, sondern auch vorgelagerte Lieferketten – von Energie bis zu Materialflüssen – und zeigt damit den kompletten Klimafußabdruck touristischer Wirtschaftsbereiche. Damit können auch Emissionsverflechtungen der Branche sowie besonders emissionsintensive oder emissionsarme Teilsektoren sichtbar gemacht werden.
Klarer Fokus
Erfasst werden ausschließlich Emissionen gebietsansässiger Betriebe der Tourismuswirtschaft. Emissionen von nicht-gebietsansässigen Unternehmen (z. B. internationale Fluggesellschaften) oder Tourist:innen selbst (z.B. private Pkw-Nutzung) werden nicht einbezogen.
Ergebnis ist ein robustes, statistisch fundiertes Bild der Klimawirkung des Tourismus, das sich gut für Vergleiche und die Identifikation emissionsintensiver Teilsektoren eignet.
Ziel der Top-Down Methode ist die Bestimmung des Anteils der Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt, die auf den Tourismus zurückzuführen sind.
Good to know – Fachbegriffe erklärt:
Basis sind die tourismus-charakteristischen Güter und Dienstleistungen, die für Deutschland im nationalen TSA festgelegt sind. Das TSA gibt darüber Auskunft, welcher Anteil der gesamten Bruttowertschöpfung der deutschen Volkswirtschaft und der Gesamtbeschäftigung auf die touristische Nachfrage zurückzuführen ist.
Welches Bilanzierungsmodell für welche Tourismusdestination?
Top-Down Ansatz
Was sind die Stärken?
- Es werden umfassende tourismusspezifische Emissionen über verschiedene Tourismussektoren hinweg erfasst. Auch indirekte Effekte können ermittelt werden.
- Es können Emissionen je Euro touristischer Bruttowertschöpfung erfasst werden.
- Es kann der Anteil der Emissionen an den nationalen tourismusbezogenen Emissionen ermittelt werden, sowie auch Vergleiche zu anderen Branchen gezogen werden.
- Der Ansatz folgt einem international anerkanntem Standard (System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) und ermöglicht damit auch konsistente Vergleiche im Zeitverlauf.
Welche Schwachstellen hat der Ansatz?
- Es werden hochwertige regionale Tourismus-Satellitenkonten benötigt.
- Es können keine Verbindungen mit dem Reiseverhalten von Tourist*innen hergestellt werden.
- Es wird angenommen, dass Unternehmen in der Region den gleichen Energieverbrauch haben wie alle Unternehmen im Land.
- Es werden nur die Emissionen gebietsansässiger Betriebe, also der “regionalen Tourismuswirtschaft” erfasst und nicht die Emissionen der touristischen Aktivitäten, die beispielsweise acuh aus Leistungen gebietsfremder Anbieter hervorgehen können (vor allem Transportleistungen).
Welche Daten werden benötigt?
- Ein hochwertiges regionales Tourismus-Satellitenkonto.
- Nationale Input-Output Tabellen.
- Nationale Emissionskoeffizienten aus den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR).
Für wen ist dieser Ansatz besonders gut geeignet?
- Landes- sowie nationale Tourismusverbände und tourismuspolitische Institutionen, denn:
Es können regionale touristische Minderungsziele gesetzt werden, die mit den nationalen Zielen (National Determined Contribution – NDC) für das Pariser Abkommen vereinbar sind.
Es kann ein Verständnis dafür geschaffen werden, wie stark eine Tourismusdestination zum nationalen (touristischen Treibhausgasausstoß beiträgt.
Es kann eine strategische Modellierung der landesweiten und nationalen Klimapolitik und ihrer Auswirkungen auf die Tourismusemissionen vorgenommen werden.
FAZIT
Eine tourismusbezogene Klimabilanzierung nach Top-down Ansatz ist vor allem für politische und gesamtökonomische Betrachtungen und Diskussionen geeignet. Es können Vergleiche zu den bundesweiten touristischen Emissionen sowie zur Gesamtwirtschaft gezogen werden. Ein weiterer Beitrag ist, dass Emissionsintensitäten abgebildet werden, also die Emissionen ins Verhältnis zur Bruttowertschöpfung gesetzt werden (einfach formuliert: Emissionen pro erwirtschaftetem Euro), was gerade im Hinblick auf landes- und bundesweite Ziele und Strategien eines qualitativen Wachstums und einer beschlaunigten Ressourcenentkopplung mit dem generellen Ziel der Klimaneutralität des Tourismus von hoher Bedeutung ist.
Noch nicht sicher, ob das der richtige Ansatz ist?
Lesen Sie sich in Ruhe ein, oder kontaktieren Sie uns!
Wie können wir helfen?
Destinationsbilanzierung
Wir haben uns auf die Erstellung von Treibhausgasbilanzen für Tourismusegionen spezialisiert. Gerne unterstützen wir auch Sie bei der Erstellung Ihrer eigenen Bilanz.
Berechnung für einzelne Betriebe
Wir bieten spezialisierte Berechnungen von Treibhausgasbilanzen für einzelne Betriebe an. Dabei unterstützen wir Sie kompetent bei der Erfassung und Analyse Ihrer Emissionen – für mehr Transparenz und gezielte Klimaschutzmaßnahmen.
CO₂-Rechner für Gäste
Mit unserem CO₂-Rechner können Ihre Gäste einen Überblick über ihren eigenen Fußabdruck erhalten.
Ermittlung von Emissionsminderungspotenzialen
Wir helfen Destinationen dabei, Möglichkeiten zur Verringerung ihrer CO₂-Emissionen zu entdecken und umzusetzen – für einen nachhaltigeren Tourismus.
Entwicklung touristischer Klimaschutzziele
Wir unterstützen Destinationen bei der Entwicklung klarer Klimaschutzziele für den Tourismus, damit nachhaltige Maßnahmen gezielt geplant und umgesetzt werden können.
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