Klimaschutz im Tourismus – Messen. Reduzieren. Ausgleichen.

Messen

Klimaschutz im Tourismus beginnt mit dem Verständnis der eigenen Emissionen. Eine fundierte CO₂-Bilanz ist der erste Schritt, um Verantwortung zu übernehmen und konkrete Reduktionsziele zu entwickeln.

 (c) reCET UG, KI-generiertes Bild mit ChatGPT

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Nur was sichtbar ist, lässt sich verändern

Klimaschutz ohne Daten ist wie Navigation ohne Karte.

Erst eine transparente Offenlegung aller Treibhausgasemissionen schafft die Grundlage für:

Fundierte Entscheidungen

Bewertungen klimabezogener Chancen & Risiken

Aufdeckung von Minderungspotenzialen

Die Klimabilanzierung ist dabei kein Selbstzweck, sondern der erste Schritt auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Klimamanagement.

Die Ergebnisse dienen als individuelle datenbasierte Entscheidungsgrundlage für die Ableitung geeigneter Klimaschutzmaßnahmen, die zur Zielerreichung beitragen.

Erst durch eine Verstetigung entfaltet die Klimabilanzierung ihr volles Potenzial. Das Ziel eines strategischen Klimamanagements ist die Etablierung eines kontinuierlichen Prozesses, bei dem nicht nur die umgesetzten Maßnahmen auf ihren Erfolg geprüft und entsprechend angepasst, sondern auch regelmäßig neue Potenziale zur weiteren Senkung der Emissionen ermittelt werden.

Warum ist das insbesondere für Destinationen relevant?

DMOs nehmen als zentrale Tourismusorganisationen in Städten und Regionen eine besondere Rolle in der Entwicklung eines klimafreundlichen Tourismus ein.
Denn: Eine Umsetzung im Alleingang ist nicht möglich. Vielmehr gilt es, in enger Zusammenarbeit aller Tourismusakteur*innen gemeinsam notwendige Weichen zu stellen und Projekte umzusetzen.

Die DMOs sind hier als Impulsgeberinnen und Multiplikatorinnen einer klimafreundlichen Tourismusentwicklung zu verstehen, die koordinierend und fördernd in Erscheinung treten.

Strukturen geben Richtung - und Wirkung.

Ohne Transparenz keine Veränderung – Daten sind der erste Schritt.

Egal für welche Herangehensweise Sie sich entscheiden, achten Sie bitte auf die folgenden Punkte:

Relevanz
Alle relevanten Emissionen sollen erfasst und realistisch wiedergegeben werden.
Vollständigkeit
Alle Emissionsquellen und Aktivitäten innerhalb der festgelegten Systemgrenzen sollen berücksichtigt werden. Ausnahmen sollen gut begründet und transparent gemacht werden.
Konsistenz
Um eine Vergleichbarkeit über die Jahre zu ermöglichen, sollen konsistente Methoden und Systemgrenzen verwendet werden. Für Abweichungen bzw. Änderungen der Daten soll eine transparente Dokumentation erfolgen.
Transparenz
Alle getroffenen Annahmen sollen offengelegt werden. Für die angewandten Berechnungsmethoden und Datenquellen soll eine exakte und nachvollziehbare Dokumentation erstellt werden.
Genauigkeit
Es soll sichergestellt werden, dass weder eine systematische Über- noch Unterschätzung der errechneten Emissionswerte stattfindet.


Welche Möglichkeiten gibt es?

Beide Methoden ergeben in Kombination ein umfassendes Bild.

 

 

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Bottom Up

Verknüpfung realer touristischer Aktivitätsdaten mit Emissionsfaktoren

 

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Top-Down

Nutzung makroökonomischer Daten (z.B. Umweltgesamtrechnungen).

 

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Bottom Up

Verknüpfung realer touristischer Aktivitätsdaten mit Emissionsfaktoren

 

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Top-Down

Nutzung makroökonomischer Daten (z.B. Umweltgesamtrechnungen).

 

Besonderheiten in Tourismusdestinationen

Tourismusdestinationen sind geografisch abgegrenzte Räume, in denen vielfältige touristische Leistungen angeboten werden. Entsprechend entstehen Treibhausgasemissionen aus sehr unterschiedlichen Quellen. Für eine belastbare Bilanzierung ist daher eine präzise Abgrenzung sowohl des Raums als auch der touristischen Teilbereiche erforderlich.

Wichtige Aspekte dabei:

Räumliche Abgrenzung: Berücksichtigt werden alle Personen, die eine Destination als Hauptreiseziel wählen – unabhängig davon, ob sie übernachten oder nur tagesweise anreisen. Beschäftigte mit Wohnsitz in der Region zählen nicht dazu. Die Abgrenzung erfolgt in der Regel entlang von Gebietskörperschaften; bei Bedarf kann eine anteilige Einbeziehung erfolgen.

Touristische Teilbereiche: Eingeschlossen werden alle zentralen Leistungen mit maßgeblichem Anteil an der touristischen Wertschöpfung – etwa Beherbergung, Mobilität, Verpflegung oder Freizeitangebote. Orientierung bieten dabei die international anerkannten tourismuscharakteristischen Produkte oder die Hauptbereiche der touristischen Leistungskette.

Individuelle Unterschiede: Der Klimafußabdruck einzelner Destinationen kann stark variieren – je nach Gästeprofil, Angebotsstruktur, Verkehrsanbindung oder regionalen Besonderheiten. Pauschale Emissionswerte pro Gast sind daher ungeeignet. Jede Bilanz muss individuell auf die jeweilige Destination zugeschnitten sein.

Kurz und knapp: Wie legt man los?

Sie haben vor, touristische Treibhausgasemissionen Ihrer Tourismusdestinationen zu ermitteln? Folgende Aspekte sollten Sie beachten:

Icon Entscheidung
1. Entscheidung über den Bilanzierungsansatz
Sie möchten destinations- und segmentspezifische Emissionen abbilden und daraus regionale Tourismusstrategien entwickeln? Dafür ist die Bilanzierung nach dem Bottom-up Ansatz geeignet.

Planen Sie tourismuspolitische Strategien und Minderungsziele, möchten Sie Vergleiche zu nationalen Emissionsinventaren herstellen oder Emissionsintensitäten von Wirtschaftssektoren ermitteln? Dann passt eher der Top-down Ansatz. Beachten Sie, dass Sie hierfür möglichst über ein regionales Tourismus-Satellitenkonto verfügen sollten.
Icon Daten
2. Daten sammeln und aufbereiten
Schon vor der Bilanzierung sollten Sie über möglichst differenzierte Tourismusstatistiken verfügen, damit eine Erhebung Sinn ergibt.

Für die Bottom-up Methode sind vor allem nachfragespezifische Daten wichtig, die aus nationalen Erhebungen oder auch eigenen Befragungen hervorgehen können. Zudem sind umfangreiche Informationen zur eigenen Tourismusstruktur notwendig.

Für die Top-down Methode sind ein regionales Tourismus-Satellitenkonto und hier insbesondere robuste Daten zu den Tourismusausgaben notwendig. Daten sollten konsistent sein, also aus gleichen Datenquellen stammen und auch eine repräsentative Qualität haben. Es ist sinnvoll, vorab die Datengüte zu prüfen, bevor der Klimafußabdruck erstellt werden soll.
Icon Klimafußabdruck
3. Klimafußabdruck berechnen
Die Berechnung des Klimafußabdrucks ist je nach Methode sehr unterschiedlich komplex. Eine Eigenerhebung benötigt Kenntnisse der Berechnungswege und der notwendigen Emissionsfaktoren. Daher ist durchaus zu empfehlen, Expert*innen bzw. wissenschaftliche Expertise zu Rate zu ziehen, auch um hochwertige Ergebnisse erzielen zu können, die Qualitätsstandards bspw. aus dem GHG-Protocol entsprechen. Bei vorhandenen Daten ist eine Berechnung in wenigen Wochen möglich.
Icon Datenqualität
4. Datenqualität bewerten und erhöhen
Internationale Standards wie das GHG-Protocol geben vor, dass Klimabilanzierungen transparent gemacht werden sollten. Dies bezieht auch eine Bewertung und Darstellung der Datenqualität mit ein.

Deshalb sollte die Datengüte sorgfältig geprüft, ausgewiesen und eine stetige Verbesserung der Datenlage angestrebt werden. Bei der Bottom-up Methode sind das vor allem Primärdaten, die für Segmente wie Beherbergung, Verpflegung und Aktivitäten angestrebt werden sollten. Dies erhöht nicht nur die Datenqualität, sondern gibt auch eine bessere Auskunft über mögliche Verbesserungen und hilft bei der Erreichung destinationsspezifischer Klimaschutzziele.
Icon Monitoring
5. Regelmäßiges Monitoring sicherstellen
Die 2020er Jahre wurden von den Vereinten Nationen als Dekade des Handelns ausgerufen, vor allem was einen ambitionierten Klimaschutz angeht. Jährlich muss der globale Tourismus in etwa 8 % aller tourismusbezogenen Treibhausgasemissionen reduzieren.

Bis 2030 sollen laut den Sektorzielen des deutschen Klimaschutzgesetzes alle Emissionen, ausgehend vom Basisjahr 2020, in etwa halbiert werden. Diese Ambitionen lassen sich nur durch ein regelmäßiges Monitoring überprüfen.

Deshalb ist zu empfehlen, den Klimafußabdruck möglichst jährlich oder alle zwei Jahre zu erheben, um entsprechende Weichenstellungen und Justierungen vornehmen zu können.

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