Klimaschutz im Tourismus – Messen. Reduzieren. Ausgleichen.
Messen
Bottom-Up Methode
Klimaschutz im Tourismus beginnt mit dem Verständnis der eigenen Emissionen. Eine fundierte CO₂-Bilanz ist der erste Schritt, um Verantwortung zu übernehmen und konkrete Reduktionsziele zu entwickeln.
(c) reCET UG, KI-generiertes Bild mit ChatGPT
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Bottom-Up
Vom Verhalten zur Bilanz – vom Detail zur Strategie.
Analyse des touristischen Klimafußabdrucks entlang der Leistungskette
Die Bottom-Up Methode nutzt touristische Aktivitätsdaten und verknüpft diese mit Emissionsfaktoren von touristischen Bereichen. Es werden also Daten des Besucher*innenverhaltens mit durchschnittlichen Emissionen pro Art der Aktivität zusammengerechnet. Daraus lassen sich detaillierte Daten pro Bereich (z.B. 5-Sterne Hotel vs. Camping) oder Besuchergruppen (Übernachtungsgäste vs. Tagesgäste) darstellen.
Reiseverhalten messen – Klimawirkung erkennen.
Wie funktioniert die Bottom-Up Methode?
- Klimafußabdruck entlang der touristischen Leistungskette
Die Methode betrachtet alle wesentlichen Stationen der Customer Journey und spiegelt so den spezifischen Charakter einer Destination wider. Fokus auf tatsächlichen Konsum
Es werden Emissionen erfasst, die dadurch entstehen, dass Tourist*innen Leistungen vor Ort in Anspruch nehmen – von der Unterkunft bis zur Freizeitaktivität.Kombinierte Wirkung sichtbar machen
Der Ansatz zeigt, wie Energieeffizienz in unterschiedlichen Sektoren und das Verhalten der Tourist*innen gemeinsam den CO₂-Fußabdruck beeinflussen.
In drei Schritten zum Treibhausgasinventar einer Destination
- Analyse der Tourismusdienstleistungen
→ Welche Angebote gibt es (z. B. Unterkunftsarten, Freizeitaktivitäten) und wie ist deren
Emissionssituation? - Analyse des Reiseverhaltens
→ Wer besucht welche Angebote? Daten zur touristischen Nachfragestruktur und Nutzungshäufigkeit werden erhoben. - Zusammenführung der Daten
→ Verknüpfung der Emissionen der Teilbereiche mit dem jeweiligen Besucheraufkommen ergibt das
detaillierte Treibhausgasinventar der Destination.
Wie funktioniert die Bottom-Up Methode?
- Klimafußabdruck entlang der touristischen Leistungskette
Die Methode betrachtet alle wesentlichen Stationen der Customer Journey und spiegelt so den spezifischen Charakter einer Destination wider. Fokus auf tatsächlichen Konsum
Es werden Emissionen erfasst, die dadurch entstehen, dass Tourist*innen Leistungen vor Ort in Anspruch nehmen – von der Unterkunft bis zur Freizeitaktivität.Kombinierte Wirkung sichtbar machen
Der Ansatz zeigt, wie Energieeffizienz in unterschiedlichen Sektoren und das Verhalten der Tourist*innen gemeinsam den CO₂-Fußabdruck beeinflussen.
In drei Schritten zum Treibhausgasinventar einer Destination
- Analyse der Tourismusdienstleistungen
→ Welche Angebote gibt es (z. B. Unterkunftsarten, Freizeitaktivitäten) und wie ist deren
Emissionssituation? - Analyse des Reiseverhaltens
→ Wer besucht welche Angebote? Daten zur touristischen Nachfragestruktur und Nutzungshäufigkeit werden erhoben. - Zusammenführung der Daten
→ Verknüpfung der Emissionen der Teilbereiche mit dem jeweiligen Besucheraufkommen ergibt das
detaillierte Treibhausgasinventar der Destination.
Konkrete Teilbereiche
Konkret werden für die Berechnung die folgenden vier Teilbereiche benötigt und berücksichtigt
- Unterschiedliche Verkehrsmittelarten
- Anreisedistanzen
- Anzahl der Personen pro Verkehrsmittelart
- Emissionsbelastung durch den Transport in der Destination
• eigenen Gästebefragungen
• Statistischen Landesämtern
• (teilweise) GfK Destination Monitor Deutschland
• (teilweise) Bundesweite Tagesreisenstudie
- Datengrundlagen für Emissionsberechnungen:
• TREMOD sowie zentrale Datenbank HBEFA des Umweltbundesamtes
• Daten für sonstige Verkehrsmittel und Mehrverbräuche (z. B. Dachboxen) aus weiteren Studien
• durchschnittlich zurückgelegte Strecke, getrennt nach Verkehrsmitteln
• Umweg- und Gewichtungsfaktoren für die Gesamtstrecke
- Nachfragedaten, getrennt nach Tages- und Übernachtungstourismus, werden mit den jeweiligen Emissionsfaktoren verrechnet.
- Eine Übernachtung in einem Hotel ist in der Regel mit höheren Emissionen verbunden als z. B. Übernachtungen auf dem Campingplatz.
- Es wird ermittelt, wie viele Betriebe in der Destination den jeweiligen Unterkunftskategorien angehören.
- Zudem wird betrachtet, wie diese unterschiedlichen Unterkunftsarten von Gästen genutzt werden.
- Informationen zur Verteilung der Unterkunftswahl nach Sternekategorien (sofern verfügbar).
- Daten zu nicht-gewerblichen Übernachtungen, die häufig nur über eigene Befragungen erhoben werden können.
- Für genauere Emissionsberechnungen: Primärdaten zu Energieverbräuchen direkt aus den Betrieben (liegen jedoch selten vor).
- Emissionsfaktoren und Studiengrundlagen, z. B.:
• Studien des ifeu-Instituts (z. B. für Camping)
• Internationale Vergleichswerte, insbesondere für Ferienwohnungen und -häuser
Insgesamt ist die Datenlage bei Emissionsfaktoren im Beherbergungsbereich herausfordernd, da viele Werte älter sind und auf einmaligen Erhebungen beruhen.
- Die Gesamtemissionen werden anhand von Emissionsfaktoren berechnet, die auf Durchschnittswerten aus verschiedenen nationalen und internationalen Studien basieren.
- Wo möglich, sollten Primärdaten aus den Betrieben eingesetzt werden, da sie eine deutlich genauere Berechnung der Emissionen ermöglichen.
- Häufigkeit der gastronomischen Verpflegung während des Aufenthalts
- Art der Verpflegung (z. B. Selbstversorger, Frühstück, Halbpension)
- Unterschiede zwischen kleineren Imbissen und vollwertigen Mahlzeiten
- Ernährungsweise (z. B. vegan, vegetarisch, omnivor)
- Art der Lebensmittelerzeugung (konventionell vs. biologisch)
- Regionalität der Lebensmittel
Diese Faktoren können einen erheblichen Einfluss auf die Klimabilanz einer Mahlzeit haben und sollten möglichst berücksichtigt werden.
- Anzahl oder Ausgaben von Tourist*innen für Gastronomiebesuche
• über Wertschöpfungsstudien
• über regionale Tourismus-Satellitenkonten
- Informationen zu Verpflegungsarten (Selbstversorger, Halbpension etc.)
• oder Daten aus dem Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus
- Informationen zu verschiedenen Arten gastronomischer Betriebe:
• mittels Unternehmensbefragungen, regionalem Unternehmensregister oder ökonomischen Studien
- Anteil von Betrieben mit besonderem Verpflegungsangebot (z. B. vegetarisch/vegan, Bio)
- Eine differenzierte Darstellung der Emissionswerte wäre ideal, ist jedoch aufgrund von Datenlücken aktuell häufig nicht möglich.
- In der Praxis wird daher meist die Anzahl der Mahlzeiten mit einem einheitlichen Emissionsfaktor multipliziert, der vom DEHOGA auf Basis eigener Studien erfasst wurde.
- Erfassung der Hauptaktivitäten der Tourist*innen
- Hinweise aus der Tourismusstruktur (z. B. viele energieintensive Branchen wie Schifffahrt oder Luftfahrt)
- Einordnung emissionsintensiver und emissionsarmer Angebotsformen
- Verbrauchswerte aus eigenen touristischen Einrichtungen und Liegenschaften
Diese Informationen helfen einzuschätzen, wie relevant der Aktivitätsbereich für die Gesamtemissionen ist.
- Hauptaktivitäten der Tourist*innen
• teilweise aus dem Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus
- Detaillierte Angebots- und Unternehmensdaten
• aus Statistischen Landesämtern
- Emissionsfaktoren für touristische Aktivitäten
• aus eigenen öffentlichen Einrichtungen (z. B. Thermen, Schwimmbäder)
Die Genauigkeit hängt stark davon ab, wie differenziert die Aktivitäten in der Destination dokumentiert sind.
- Da häufig keine präzisen destinationsspezifischen Emissionsfaktoren vorliegen, erfolgt meist eine Einordnung in Kategorien:
• emissionsarme Aktivitäten (z. B. Museumsbesuche)
• emissionsintensive Aktivitäten (z. B. Wellness)
- Jede Kategorie wird mit einem gemittelten Emissionsfaktor berechnet.
- Wichtig: Es werden nur die Emissionen der Aktivität selbst berücksichtigt.
- Die An- und Abfahrt zur Aktivität wird im Bereich Mobilität erfasst.
Welches Bilanzierungsmodell für welche Tourismusdestination?
Bottom-Up Ansatz
Was sind die Stärken?
- Es können detaillierte Emissionen für verschiedene Verkehrsträger und Teilsektoren von Unterkünften dargestellt werden.
- Emissionsbelastung wird direkt mit dem Reiseverhalten von Tourist*innen verknüpft. Dadurch können genaue Minderungspotenziale ermittelt werden.
- Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit ist vor allem für regionale Destinationen hoch, da die Informationen sehr regionsspezifisch sind und grundsätzlich auch Daten verfügbar sind.
Welche Schwachstellen hat der Ansatz?
- Es können nicht alle Teilsektoren des Tourismus erfasst werden.
- Berechnungen sind mit einem gewissem Grad an Subjektivität verbunden und nicht kompatibel mit dem nationalen Treibhausgasinventar.
- Emissionswerte spiegeln nicht tatsächliche Verbrauchswerte der Betriebe vor Ort wider, wenn keine detaillierten Primärdaten vorhanden sind.
Welche Daten werden benötigt?
- Möglichst detaillierte Angaben zu Tagesgast- und Übernachtungszahlen
- Verkehrsmittelnutzung von Tourist*innen und Herkunftsverteilung der Gäste
- Möglichst detaillierte Aufteilung der Übernachtungen nach Unterkunftsart und Daten zum grauen Beherbergungsmarkt
- Gastronomiebesuche von Tourist*innen (möglichst nach Art der Verpflegung) oder alternativ Verteilung der Gastronomiebetriebe in der Region
- Möglichst detaillierte Aktivitätsdaten der Tourist*innen
Für wen ist dieser Ansatz besonders gut geeignet?
- Destinationsmanagement-Organisationen bis zur Landesebene
Auf Basis der Ergebnisse können destinationsspezifische Klimaschutzziele und Minderungsmaßnahmen entwickelt werden, die ein umweltfreundliches Wirtschaften von Betrieben und ein klimafreundliches Verhalten von Tourist*innen bewirken können.
Es ist eine direkte Bewertung von destinationsspezifischen Emissionsänderungen möglich, aufgrund von Nachfrageveränderungen oder auch des klimafreundlichen Engagements von bestimmten Tourismussegmenten.
FAZIT
Eine tourismusbezogene Klimabilanzierung nach Bottom-Up Ansatz ist vor allem für regionale Tourismusdestinationen geeignet. Sie ermöglicht das Setzen von konkreten maßgeschneiderten Klimaschutzzielen sowie Umsetzungsstrategien für verschiedene Tourismussegmente. Sie schafft damit die besten Voraussetzungen für ein evidenzbasierten Klimamanagement in Tourismusdestinationen.
Noch nicht sicher, ob das der richtige Ansatz ist?
Lesen Sie sich in Ruhe ein, oder kontaktieren Sie uns!
Wie können wir helfen?
Destinationsbilanzierung
Wir haben uns auf die Erstellung von Treibhausgasbilanzen für Tourismusegionen spezialisiert. Gerne unterstützen wir auch Sie bei der Erstellung Ihrer eigenen Bilanz.
Berechnung für einzelne Betriebe
Wir bieten spezialisierte Berechnungen von Treibhausgasbilanzen für einzelne Betriebe an. Dabei unterstützen wir Sie kompetent bei der Erfassung und Analyse Ihrer Emissionen – für mehr Transparenz und gezielte Klimaschutzmaßnahmen.
CO₂-Rechner für Gäste
Mit unserem CO₂-Rechner können Ihre Gäste einen Überblick über ihren eigenen Fußabdruck erhalten.
Ermittlung von Emissionsminderungspotenzialen
Wir helfen Destinationen dabei, Möglichkeiten zur Verringerung ihrer CO₂-Emissionen zu entdecken und umzusetzen – für einen nachhaltigeren Tourismus.
Entwicklung touristischer Klimaschutzziele
Wir unterstützen Destinationen bei der Entwicklung klarer Klimaschutzziele für den Tourismus, damit nachhaltige Maßnahmen gezielt geplant und umgesetzt werden können.
Lassen Sie uns gemeinsam starten
… und nehmen Sie mit uns Kontakt auf:
