Klimaschutz im Tourismus – Messen. Reduzieren. Ausgleichen.

Ausgleichen

Klimaschutz im Tourismus endet nicht bei der Reduktion. Unvermeidbare Emissionen können durch zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden: Ein Schritt, der Verantwortung sichtbar macht und den Weg zur Klimaneutralität unterstützt.

 (c) reCET UG, KI-generiertes Bild mit ChatGPT

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Richtig kompensieren nach Reduktion

Ausgleichen: Übernahme finanzieller Verantwortung

Nicht alle Treibhausgasemissionen lassen sich allein durch Einsparungen auf Netto-Null senken. Für unvermeidbare Restemissionen können zusätzliche Investitionen in den Erhalt und Ausbau natürlicher Kohlenstoffsenken erfolgen.

Kompensation spielt daher im Tourismus eine wichtige Rolle: Wer CO₂ verursacht, kann Emissionen an anderer Stelle durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten ausgleichen. Entscheidend ist die globale Gesamtmenge eingesparter Treibhausgase. Solche Investitionen entziehen der Atmosphäre CO₂, schützen Artenvielfalt und unterstützen lokale Gemeinschaften.

Wichtig: Kompensationen ersetzen nicht die eigene Emissionsminderung, sondern ergänzen sie nur bei unvermeidbaren Emissionen. Für Destinationen kann dies attraktiv sein, etwa durch regional entwickelte Projekte, die von Tourist*innen finanziell unterstützt und als eigener Beitrag kommuniziert werden.

Das Pariser Abkommen fordert zunächst umfassende Reduktionen (nahezu null) und nachrangig Investitionen zur Neutralisierung innerhalb und außerhalb der Wertschöpfungskette. Finanzielle Ausgleiche sind nur zusätzlich zur Reduktion zulässig; sie gelten nicht als Teil des Reduktionsziels.

Ausgleichen schließt Lücken und öffnet Chancen

 

Unvermeidbare Emissionen können durch Investitionen verantwortungsvoll ausgeglichen werden. Finanzielle Verantwortung kann innerhalb und außerhalb der Wertschöpfungskette ansetzen, wobei jeweils verschiedene Zielebenen verfolgt werden:

Innerhalb der Wertschöpfungskette: Netto-Null-Ziele für Unternehmen

 

Warum

Nicht vermeidbare Emissionen (max. 10% der Emissionen ausgehend vom Basisjahr) müssen langfristig neutralisiert werden, um Netto-Null-Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette langfristig erreichen zu können.

Was:

Unternehmen übernehmen finanzielle Verantwortung durch eine angemessene Bepreisung ihrer verbleibenden THG-Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette. Mit Hilfe der Investitionen in natürliche und technologische Senken werden in Zukunft negative Emissionen erreicht. Natürliche Senken wie Wälder, Ozeane und Boden können dabei helfen, THG-Emissionen aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern. Das Pflanzen von Bäumen wird auch als Carbon Removal (CO₂-Abscheidung) bezeichnet. Technologische Senken umfassen Verfahren wie die Carbon Capture and Storage (CCS) bzw. CO₂-Abscheidung und -Speicherung, bei denen Emissionen direkt an der Quelle gefangen und dann sicher gelagert werden. Solche Verfahren sind sehr kostenintensiv und aktuell noch nicht ausreichend erforscht. Da die Methoden und Technologien für den Ausbau natürlicher und technischer Senken zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend ausgereift sind, müssen sich Unternehmen heute noch nicht auf Strategien zur Erreichung negativer Emissionen festlegen.

Warum

Nicht vermeidbare Emissionen (max. 10% der Emissionen ausgehend vom Basisjahr) müssen langfristig neutralisiert werden, um Netto-Null-Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette langfristig erreichen zu können.

Was:

Unternehmen übernehmen finanzielle Verantwortung durch eine angemessene Bepreisung ihrer verbleibenden THG-Emissionen innerhalb der Wertschöpfungskette. Mit Hilfe der Investitionen in natürliche und technologische Senken werden in Zukunft negative Emissionen erreicht. Natürliche Senken wie Wälder, Ozeane und Boden können dabei helfen, THG-Emissionen aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern. Das Pflanzen von Bäumen wird auch als Carbon Removal (CO₂-Abscheidung) bezeichnet. Technologische Senken umfassen Verfahren wie die Carbon Capture and Storage (CCS) bzw. CO₂-Abscheidung und -Speicherung, bei denen Emissionen direkt an der Quelle gefangen und dann sicher gelagert werden. Solche Verfahren sind sehr kostenintensiv und aktuell noch nicht ausreichend erforscht. Da die Methoden und Technologien für den Ausbau natürlicher und technischer Senken zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend ausgereift sind, müssen sich Unternehmen heute noch nicht auf Strategien zur Erreichung negativer Emissionen festlegen.

Außerhalb der Wertschöpfungskette: Zusätzliche Finanzierung des Klimaschutz

 

Warum

Die Lücke zwischen den THG-Reduktionen, die wir für eine Erreichung des 1,5°C-Ziels brauchen und dem, was bisher geschieht, ist enorm. Die SBTi empfiehlt Unternehmen daher Ausgleichsmaßnahmen über die Wertschöpfungskette hinaus, um das Ziel in Reichweite zu halten.

Was:

“Beyond value chain mitigation” (BVCM) beschreibt die finanzielle Verantwortung, die Unternehmen übernehmen, wenn sie in wirksame Klimaschutzprojekte außerhalb ihrer Wertschöpfungskette investieren. Da es eine Vielzahl an Projekten gibt, die einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten, aber z.B. Finanzierungsschwierigkeiten haben, können Unternehmen diese durch finanzielle Unterstützung fördern.
Diese Informationen orientieren sich an SBTi (2021): Beyond Value Chain Mitigation FAQ (https://sciencebasedtargets.org/resources/files/Beyond-Value-Chain-Mitigation-FAQ.pdf) und SBTi (2021): SBTi Corporate Net-Zero Standard. (https://sciencebasedtargets.org/resources/files/Net-Zero-Standard.pdf )

Wie wähle ich das richtige Kompensationsprojekt aus?

Ein gutes Kompensationsprojekt sorgt nicht nur für rechnerische CO₂-Einsparungen, sondern erfüllt eine Reihe von Qualitätskriterien. Dazu gehören unter anderem die Art der Kompensation, die Zusätzlichkeit des Projekts, eine nachvollziehbare Baseline-Berechnung, die Permanenz der Einsparung, das Vermeiden von Carbon Leakage, nachhaltige Zusatznutzen für Mensch und Natur, die Einhaltung formalisierter Standards und Prüfprozesse sowie eine bewusste Standortwahl. Diese Kriterien helfen, Projekte auszuwählen, die tatsächlich wirksam sind, sowohl für das Klima als auch für die nachhaltige Entwicklung in den Projektregionen.

Icon Art der Kompensation
Art der Kompensation
Gute Kompensationsprojekte setzen an unterschiedlichen Stellen an – idealerweise dort, wo sie langfristig die größte Wirkung entfalten.

Energieprojekte ersetzen fossile Energien durch klimafreundliche Alternativen. Dazu gehören erneuerbare Energien wie Wind oder Sonne, effizientere Technologien und der Umstieg auf emissionsärmere Treibstoffe. Auch Energieeffizienz – etwa durch bessere Gebäudeisolierung oder optimierte Prozesse – reduziert Emissionen direkt.

Veränderte Produktionsprozesse zielen vor allem auf Industrie und Landwirtschaft. Schädliche Gase wie Methan oder bestimmte Industriegase werden vermieden, gefiltert oder genutzt. In der Landwirtschaft lassen sich Emissionen z. B. in der Viehhaltung oder beim Reisanbau deutlich reduzieren.

Senkenprojekte binden CO₂ langfristig in Biomasse oder Böden. Dazu zählen Aufforstungen, Waldschutzprojekte wie REDD+ oder die Wiedervernässung von Mooren, die enorme Mengen Kohlenstoff speichern können und so große Klimawirkung entfalten.
Icon Zusätzlichkeit
Zusätzlichkeit
Ein zentrales Qualitätsmerkmal ist die Zusätzlichkeit. Ein Projekt gilt nur dann als wirklich kompensationswürdig, wenn es ohne Kompensationsgelder nicht oder nicht in dieser Form umgesetzt worden wäre.

Das kann verschiedene Gründe haben:
finanziell (ohne Gelder nicht rentabel)
technisch (fehlendes Know-how oder Technologiezugang)
politisch (z. B. unsicheres Investitionsumfeld)

Die Zusätzlichkeit wird in seriösen Systemen von unabhängigen Expert*innen geprüft (z. B. im Rahmen des Clean Development Mechanism – CDM). Dennoch bleibt immer eine gewisse Unsicherheit – deshalb sind konservative Annahmen wichtig.
Icon Baseline
Baseline & Berechnung
Die Klimawirkung eines Projekts bemisst sich an der Differenz zwischen einem Szenario mit und einem Szenario ohne Projekt.

Die Baseline beschreibt die Emissionen im Business-as-usual-Szenario, also: Was würde ohne das Projekt passieren?

Die Emissionsreduktion ergibt sich aus dem Vergleich von Baseline-Emissionen und den Emissionen mit Projekt.

Da es sich immer um Annahmen über die Zukunft handelt, sind konservative Schätzungen und eine regelmäßige Überprüfung entscheidend. So wird sichergestellt, dass die ausgewiesenen Einsparungen nicht überschätzt werden.
Icon Permanenz
Permanenz & Timing
Nicht alle Projekte wirken gleich schnell oder dauerhaft. Gute Projekte berücksichtigen sowohl die zeitliche Wirkung als auch die Dauerhaftigkeit der Einsparung.

Energieprojekte (z. B. erneuerbare Energien oder Effizienzmaßnahmen) generieren meist relativ schnell Emissionsreduktionen, die sich in der Regel nicht „rückgängig machen“ lassen.

Senkenprojekte wie Aufforstung oder Moorschutz wirken oft langsamer, binden dafür aber langfristig Kohlenstoff. Gleichzeitig gibt es hier Risiken, etwa durch Feuer, Sturmschäden oder spätere Nutzung. Viele Standards arbeiten deshalb mit Puffern, Kontrollen oder zeitlich befristeten Zertifikaten.

Zudem wird unterschieden zwischen ex-ante (die Einsparung wird im Voraus angerechnet) und ex-post (die Zertifizierung erfolgt erst, wenn die Minderung tatsächlich eingetreten ist). Für hohe Qualität sind ex-post-Zertifikate meist die verlässlichere Variante.
Icon Carbon Leakage
Carbon Leakage
Carbon Leakage bedeutet, dass Emissionen zwar im Projektgebiet reduziert oder vermieden werden, dafür aber an anderer Stelle wieder auftreten.

Dieses Risiko ist besonders bei Waldschutz- oder Aufforstungsprojekten relevant: Wenn Waldflächen geschützt werden, kann sich die Nutzung auf andere Regionen verlagern – etwa wenn Holz oder landwirtschaftliche Flächen anderswo erschlossen werden.

Gute Projekte arbeiten daher mit:
Alternativen für die lokale Bevölkerung (z. B. andere Einkommensquellen)
– nachhaltigen Nutzungskonzepten
– möglichst überregional durchdachten Strategien, um Verschiebungseffekte zu minimieren.
Icon Zusatznutzen
Nachhaltige Zusatznutzen
Kompensationsprojekte können weit mehr leisten als „nur“ CO₂ einzusparen. Hochwertige Projekte tragen zugleich zu nachhaltiger Entwicklung bei.

Wichtige Zusatznutzen sind zum Beispiel:
– Schutz von Natur und Biodiversität
– faire Einbindung der lokalen Bevölkerung und Beteiligung an Entscheidungen
Technologietransfer und Qualifizierung vor Ort
– Verbesserung der Lebensqualität, z. B. durch effizientere Kochöfen oder bessere Energieversorgung
– Vermeidung ökologisch oder sozial problematischer Technologien (z. B. Großstaudämme, Atomkraft)

Solche Co-Benefits stärken die Akzeptanz der Projekte und deren langfristige Stabilität.
Icon Standards
Formalisierte Standards & Prüfungen
Gute Kompensationsprojekte folgen anerkannten Standards und durchlaufen transparente Prüfprozesse.

Dazu gehören insbesondere:

Validierung und Verifizierung:
Prüfung der Projektkriterien und Emissionsberechnungen durch unabhängige, akkreditierte Dritte.

Registrierung:
Eintragung geprüfter Projekte oder Emissionsminderungen in offizielle oder anerkannte Register (UNFCCC, nationale Stellen oder freiwillige Standards wie der Gold Standard).

Zertifizierung:
Ausgabe von zertifizierten Emissionsreduktionen (z. B. CERs oder VERs), nachdem die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen wurden.

Stilllegung:
Entwertung der Zertifikate nach dem Kauf, um Weiterverkauf und Doppelzählung zu verhindern.
Icon Standortwahl
Standortwahl / Wo sollte kompensiert werden?
Die Standortwahl hat Einfluss auf Klimawirkung, Kosten, Co-Benefits und Kommunikation.

Schwellenländer:
– oft große, kosteneffiziente Emissionsreduktionen

Least Developed Countries (LDCs):
– hoher Nutzen durch Technik- und Wissenstransfer
– gleichzeitig Sensibilität bei Landnutzung und sozialen Fragen erforderlich

Kompensation im eigenen Land:
– für Kund*innen oft besonders sichtbar und nachvollziehbar
– häufig fragliche Zusätzlichkeit
– Risiko von Doppelzählung in der nationalen Treibhausgasbilanz

Kompensation in anderen Industrieländern ist meist nur im Rahmen formaler Mechanismen (z. B. Joint Implementation) sinnvoll, bei denen Emissionsrechte nachweislich gelöscht werden.

Entscheidend ist, ob der Fokus auf maximaler Klimawirkung, auf Entwicklungsnutzen oder auf regionaler Sichtbarkeit liegt – oder auf einer Mischung daraus.

Beispiele

Beispiele für international anerkannte Kompensation

Beispiele für international anerkannte Kompensation 

  • EthioTrees (Äthiopien) fördert die Wiederaufforstung und natürliche Regeneration von Waldflächen in Äthiopien. Es ist über anerkannte Mechanismen handelbar und verbindet Kohlenstoffbindung mit Ökosystemschutz.

  • Ghana Artisan Biochar entfernt CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre, indem Agrarrückstände in Pflanzenkohle umgewandelt und auf Feldern zur Bodeverbesserung eingesetzt werden.Gleichzeitig werden lokale Kleinbauern unterstützt, Einkommen geschaffen und nachhaltige Arbeitsplätze mit sauberer Produktion gefördert.
  • Madagaskar: Ländliche Elektrifizierung dank Solarstrom baut dezentrale Solarmini‑Netze (Mini‑Grids) mit Photovoltaik und Lithium‑Ionen‑Batterien, um rund 50 Dörfer im Südwesten Madagaskars mit sauberem Strom zu versorgen. Dadurch werden jährlich etwa 10.000 Tonnen CO₂ eingespart, über 100.000 Menschen profitieren von Strom, Dieselgeneratoren entfallen und die lokale Solarbranche wird gestärkt.

Viele weitere internationale Projekte, die bspw. durch Spenden unterstützt werden können, gibt es unteranderem HIER.

Beispiele für lokale Klimaschutzprojekte 

  • Wiedervernässung des Gnarrenburger Moores (Niedersachsen) ist ein Projekt von myclimate, bei dem ein Teilmoor renaturiert wird, um CO₂-Emissionen zu senken.
  • Das Bundesamt für Naturschutz fördert mit der Küstenmoor-Renaturierung an der Ostsee die Wiedervernässung von Mooren in Küstenregionen, um große Mengen CO₂-Äquivalente zu speichern.
  • Mosbrucher Weiher (Rheinland-Pfalz): Vernässung von Moorflächen durch Landesforsten, um deren Kohlenstoffspeicherfunktion wiederherzustellen.

Besonderheiten in Tourismusdestinationen

Die Kompensation von CO₂-Emissionen spielt im Tourismus eine besondere Rolle. Viele Emissionen lassen sich nicht vollständig vermeiden, gleichzeitig ist der Tourismussektor stark von Natur, Landschaft und Mobilität abhängig. Damit Kompensation glaubwürdig und wirkungsvoll eingesetzt werden kann, müssen einige tourismusspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden.

Dabei ist wichtig zu beachten:

Hoher Anteil schwer vermeidbarer Emissionen:

Im Tourismus entstehen viele Emissionen in Bereichen, die Gäste oder Destinationen nur begrenzt beeinflussen können, vor allem bei An- und Abreise, Unterkünften und Aktivitäten. Dadurch bleiben selbst bei guten Reduktionsmaßnahmen oft Restemissionen, die eine Kompensation relevanter machen als in vielen anderen Branchen.

Begrenzte Steuerungsmöglichkeiten der Destination:

Ein Großteil der Emissionen entsteht außerhalb der Destination (z. B. im Flug- oder Autoverkehr). Destinationen sind daher stärker auf Kooperation, Daten und freiwillige Beteiligung angewiesen. Gleichzeitig sind Gäste nicht verpflichtet zu kompensieren, was die Teilnahmequote gering hält und intelligente Gästeanreize wichtig macht.

Hohe Anforderungen an Glaubwürdigkeit und Kommunikation

Reisen stehen in der öffentlichen Debatte häufig unter Beobachtung. Kompensation wird schnell als „Ablasshandel“ wahrgenommen, wenn sie nicht klar begründet ist. Deshalb sind Transparenz, seriöse Standards, eine gute Projektqualität und die Verbindung zu einer eigenen Reduktionsstrategie entscheidend.

Starke Co-Benefits für Natur, Klima und Tourismus

Tourismus ist eng mit Natur und Landschaft verknüpft. Projekte wie Moorschutz, Waldschutz, Biodiversitätsmaßnahmen oder regionale Energieprojekte bieten besonders starke Co-Benefits: Sie verbessern Klima, Naturqualität und das touristische Erlebnis zugleich. Das schafft sichtbare Wirkung und fördert Akzeptanz bei Gästen und Betrieben.

Kurz und knapp: Wie legt man los?

Sie haben vor, touristische Treibhausgasemissionen Ihrer Tourismusdestinationen zu ermitteln?

Folgende Aspekte sollten Sie beachten:

Icon Priorität
1. Reduzieren vor Kompensieren
Kompensation ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu eigenen Klimaschutzmaßnahmen. Im ersten Schritt geht es deshalb darum zu klären:

Welche Emissionen können wir vermeiden oder reduzieren?
Beispiele: klimafreundlichere Anreise, energieeffiziente Gebäude oder angepasste Angebote.

Erst Emissionen, die aktuell unvermeidbar sind, sollten kompensiert werden. So bleibt klar: Kompensation ist kein Freifahrtschein, sondern ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Rest, der heute noch nicht eliminiert werden kann.
Icon Umfang
2. Umfang der Kompensation festlegen
Bevor kompensiert werden kann, muss definiert werden, welcher Bereich betrachtet wird:

– einzelne Veranstaltung
– An- und Abreise der Gäste
– gesamter Betrieb
– komplette Destination

Außerdem braucht es Klarheit über den Zeitraum (ein Jahr, eine Saison oder dauerhaft?) und die Verantwortung (Betrieb, Destination, Gäste über freiwillige Beiträge).

Je klarer der Umfang, desto transparenter ist später die Kommunikation: Was wurde kompensiert – und was nicht?
Icon Projektarten
3. Art der Kompensationsprojekte wählen
Kompensationsprojekte unterscheiden sich stark in Wirkung, Zeitrahmen und Risiken:

Energieprojekte:
– Ausbau erneuerbarer Energien
– Energieeffizienz
– Fuel switch / emissionsärmere Energieträger

Produktionsprozesse:
– Vermeidung klimaschädlicher Gase (Industrie, Landwirtschaft)

Senkenprojekte:
– Aufforstung
– Waldschutz (REDD+)
– Moorschutz

Senkenprojekte binden Kohlenstoff langfristig, sind aber anfälliger für Risiken (z. B. Brände). Die Auswahl sollte daher bewusst erfolgen.
Icon Qualität
4. Qualitätskriterien der Kompensation prüfen
Ein hochwertiges Projekt erfüllt mehrere zentrale Qualitätsmerkmale:

Zusätzlichkeit: Würde das Projekt ohne Kompensationszahlungen nicht stattfinden?

Baseline-Berechnung: Welche Emissionen wären ohne das Projekt entstanden?

Permanenz: Bleiben die Einsparungen dauerhaft erhalten oder gibt es Risiken der Rückabgabe?

Carbon Leakage: Werden Emissionen einfach an anderer Stelle verursacht?

Nachhaltigkeitswirkung: Welche sozialen und ökologischen Effekte entstehen zusätzlich?

Gute Projekte folgen anerkannten Standards wie dem Gold Standard oder dem Verified Carbon Standard und durchlaufen strenge Prozesse der Validierung, Verifizierung und Zertifizierung.
Icon Standort
5. Geeignete Standorte für Kompensationsprojekte wählen
Der Standort eines Projekts beeinflusst sowohl die Klimawirkung als auch die Kommunikation:

Globaler Süden:
✓ große Einsparpotenziale
✓ starke Entwicklungswirkungen
– höhere Anforderungen an Kontrolle und Transparenz

Eigenes Land:
✓ leicht kommunizierbar und sichtbar
– Zusätzlichkeit oft fraglich
– Gefahr der Doppelzählung

Entscheidend ist die Frage: Geht es vor allem um maximale Klimawirkung, um lokale Sichtbarkeit oder eine Kombination aus beiden?
Icon Umsetzung
6. Kompensation umsetzen, nachhalten und transparent kommunizieren
Im letzten Schritt geht es um die praktische Umsetzung:

– geeigneten Anbieter oder Standard auswählen
– Emissionsmenge berechnen
– Zertifikate erwerben und stilllegen
– regelmäßiges Monitoring der Projekte

Eine klare, ehrliche Kommunikation ist essenziell:
Was wurde reduziert? Was wurde kompensiert? Wo und nach welchem Standard?

So wird Kompensation zu einem glaubwürdigen Bestandteil einer umfassenden Klimastrategie.

Wie können wir helfen?

Lassen Sie uns gemeinsam starten

… und nehmen Sie mit uns Kontakt auf: